nextexitfuture – Die ersten Schritte

Geschrieben von Vera Geier

An einem schönen Platz in Heidelberg sitzen im Spätsommer 2015 drei Frauen und diskutieren, warum so viele Frauen ihre Geschäftsideen nicht umsetzen, oder – wenn sie sie umsetzen – lieber alleine loslegen. Natürlich ist es einfach, in Deutschland freiberuflich zu arbeiten. Das geht auch ohne GmbH, erst einmal als Kleinunternehmer starten und abwarten, was sich daraus entwickelt. Bloß kein Risiko eingehen. Trotzdem bleibt es in vielen Fällen bei „man müsste doch“ und „könnte auch“… auch uns geht es an diesem Abend nicht anders… aber das Thema lässt uns nicht los.

Ein paar Monate später machen wir uns auf die Suche, um herauszufinden, was Frauen, die gründen möchten bewegt, was sie motiviert und unterstützt, aber auch, was ihnen die Energie raubt, ihre Unternehmung weiter voranzutreiben und erfolgreich zu machen.

Früh kommt die Idee, ein Netzwerk zu schaffen, das Frauen zusammenbringt und zu Geschäftspartnerinnen macht. Aber ist das überhaupt ein attraktives Wertversprechen? Um das herauszufinden organisieren wir Design Thinking-Workshops, in denen wir versuchen, die Bedürfnisse der verschiedenen Akteure zu verstehen:

  • Gründerinnen = Menschen, die ihre Ideen in ein erfolgreiches Geschäftsmodell entwickeln möchten,
  • Dienstleisterinnen = Menschen, die ihre Kompetenzen einbringen und mit solchen Unternehmen arbeiten möchten, ohne sich an sie zu binden
  • Investorinnen = Menschen, die diese besonderen Start-ups unterstützen möchten.

Und ein weiteres Thema beschäftigt uns: Wir möchten insbesondere Frauen unterstützen einen eigenständigen, mutigen Weg zu gehen – trotzdem sollten wir kein typisches Frauennetzwerk sein und Männer ausschließen. Aber es ist wichtig, Frauen einen geschützten Raum zu bieten, denken wir zu diesem Zeitpunkt.

Wir gehen durch die Höhen und Tiefen einer Gründung. Das muss so sein, schließlich müssen wir selbst erleben, wie es ist, eine Idee umzusetzen und erfolgreich zu machen.

Nach 3 Workshops, in denen wir die Idee mehrfach getestet und das Geschäftsmodell mit über 80 Frauen validiert haben, sind wir überzeugt: Wir brauchen eine Plattform, die es ermöglicht, dass sich Frauen weltweit vernetzen und zusammenarbeiten können. Ein „Parship-Modell“ für Dienstleister, Gründerinnen und potenzielle Investoren. Nextexitfuture ebnet den Weg in die Zukunft, mit Unterstützung aus einer Hand für Gründerinnen, mit flexiblen Arbeitsmöglichkeiten und der Freiheit dort mitzuarbeiten, wo die persönlichen Stärken und Interessen liegen für Dienstleisterinnen, und mit attraktiven Start-ups für Investorinnen. Mal eben 3 Monate ins Sabbatical als Unternehmerin? Kein Problem, wenn ich über nextexitfuture gut vernetzt bin und Menschen habe, die für mich einspringen! Ich arbeite an Themen, die meinen persönlichen Lebenssinn erfüllen, die Spass machen und mich weiterentwickeln – unterstützt von Menschen, die zu mir passen. Es herrscht Euphorie im Team, denn wir sind etwas Großem auf der Spur…

Im Juli 2016 formulieren wir unsere Anforderungen an eine technische Plattform, denn wir denken, ohne die geht es nicht. Ein bisschen Blog, ein bisschen Profil-Mapping, Services für Gründerinnen aus einer Hand, virtuelle Projekträume, um die Ideen im geschützen Raum mit anderen Frauen weiter zu entwickeln… doch dann die Ernüchterung, als wir mal nach den Kosten schauen: 1,5 Mio! Keine von uns kann so viel Geld in die Hand nehmen, aber wir möchten es unbedingt aus eigener Kraft stemmen. Schnell wird klar, dass wir gerade nach den Sternen greifen. „Think big, start small“ wir müssen nochmal beidrehen! Der Kreis der Gründerinnen, die wirklich am Ball bleiben, wechselt in dieser Zeit ständig, es wird viel diskutiert, die Kontinuität fehlt und zeitweise lähmt uns die Situation komplett. Wir stecken mittendrin in der „Storming-Phase“ und schaffen es trotzdem immer weiter zu machen. „Start small“ mussten wir erst einmal verdauen, aber für uns ist es der richtige Weg. „Bigger“ kommt später, und das beruhigt die Nerven.

Anfang 2017 geht es erst einmal „zurück auf Los“. Unser „Minimum Viable Product“ ist die nextexitfuture-Webseite, die unsere Philosophie zwar wiedergibt, dessen Angebot aber nicht die ursprüngliche Idee eines Netzwerks wiederspiegelt, sondern zunächst einmal unsere eigenen Beratungs- und Coaching-Kompetenzen zum Geschäftsmodell macht. Außerdem haben wir zumindest die Marke platziert, sowie Name und verfügbare Domänen gesichert. Es wächst der Kreis der Unterstützerinnen und Unterstützer. Viele finden die Marke und die Idee toll, wir werden durch die Webseite bekannter und finden schließlich einen Kreis von 8 Frauen aus dem Netzwerk, die verschiedener nicht sein können. Ich kann nicht mehr sagen wann es war, aber zu einem bestimmten Zeitpunkt war jeder von uns klar, dass wir es jetzt durchziehen müssen. „A vision without execution is just illusion“. Wir sind jetzt immerhin zu 8, und bereits ein Netzwerk aus Frauen, das gemeinsam eine Unternehmung macht, genauso, wie wir uns das Angebot für nextexitfuture am Anfang ausgemalt hatten. Nicht alle sind in gleicher Weise eingebunden, aber alle zahlen in die Gründung ein. Die Rollen sind verteilt, Investorinnen geben Geld und helfen wichtige Türen zu öffnen und uns stark zu machen, die Geschäftsführerinnen bringen alle ihre Kompetenzen ein und stellen die Weichen für ein professionelles Vorgehen. Dienstleisterinnen arbeiten unsere Premium Services aus, in die wir in Zukunft weitere Frauen aus dem Netzwerk einbinden wollen, unterstützt durch Umfrage-Services die wir ebenfalls aus einer Hand anbieten. Am Ende haben wir, 8 Frauen, die sich gegenseitig stützen mit ihren individuellen Stärken ein Unternehmen gegründet, dass alle Zielgruppen des ursprünglichen nextexitfuture Wertversprechens einschließt. Am 06. Oktober haben wir gegründet, und damit den Weg freigemacht für nextexitfuture, die Netzwerk-Koordinatoren!

Der 6. Oktober 2017 ist ein ganz besonderer Tag. Nicht nur für uns Gründerinnen, sondern auch für die Notarin. An diesem Tag ereignet sich eine wahrscheinlich bisher einmalige Gründung einer GmbH in Deutschland. 8 Frauen sitzen um den runden Tisch der Notarin, um die Gründung von nextexitfuture zu vollziehen. Sie sind entschlossen, das Vorurteil, dass Frauen lieber alles alleine schaffen und geschäftlich seltener zusammenarbeiten, zu widerlegen.

Die Kernkompetenz von Frauen ist das Netzwerken. Evolutionär betrachtet hatten Frauen schon immer diese Rolle. Sie mussten die Familie koordinieren und waren gezwungen diese Beziehungspflege erfolgreich zu etablieren.

Die Gründerinnen von nextexitfuture zeigen: Zusammen sind wir stärker. Wir bündeln unsere Kräfte.

Wir wollen das Geschäftsmodell auch in unserer GmbH leben, wir werden vorleben, dass die Zukunft der Arbeit im Netzwerken liegt. Starre Organisationsmodelle werden irgendwann verschwinden. Es zählt Flexibilität und Ergebnis und nicht Anwesenheit und Stundenabsitzen. Es zählt Vertrauen und Verantwortung zu übertragen und nicht Kontrolle und Entscheidungsdelegation nach oben.

Wir feiern unsere Gründung ganz bescheiden in einem Bootshaus. Beim Anstoßen sind wir uns ganz sicher, dass nextexitfuture etwas ganz Großes wird. Und so glauben wir auch alle daran. Wir acht Frauen mit über 160 Jahren Führungserfahrung, mit Vorstands-, Aufsichtsrats-, Betriebsrats- und Investorenerfahrung, aus unterschiedlichen Branchen mit unterschiedlichen Kompetenzen und Charakteren. Es ist uns eine perfekte Mischung gelungen und wir sind froh, dass es endlich losgeht.

Wir machen uns daran, unser Geschäftsmodell zum Leben zu erwecken. Dazu ist es auch notwendig, noch ein wenig daran zu feilen. Wir müssen die Besonderheiten herausarbeiten. Was genau ist unser USP? Was geben wir unseren Kunden als Mehrwert mit? Wie wollen wir das Netzwerk etablieren? Wann gehen wir wie an den Markt? Viele Fragen, die es gilt zu sortieren. Aufgaben, Themen und Projekte, denen wir eine Struktur verordnen. Prioritäten setzen, Verantwortung verteilen und dann einfach machen. Einfach ist dabei ein Stichwort, das tief in uns verankert ist. „Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung“, das sagte schon Leonardo da Vinci. So wollen wir es angehen, nicht zu komplex, sondern einfach und verständlich.

Wir haben uns anfangs gefragt, wie wir es schaffen, Frauen erfolgreich zu machen und der Ausgangspunkt war auch, ein reines Frauennetzwerk zu etablieren. Mit diesem Modell würden wir jedoch gegen alle betriebswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Grundlagen verstoßen. Die Mischung macht es. Die richtige Mischung! Wir werden im Netzwerk selbstverständlich auch mit Männern arbeiten und laden alle Männer hierzu ebenso ein. Wir wollen ein offenes Netzwerk sein, jeder, der eine Dienstleistung sucht oder Projektunterstützung benötigt, soll den jeweils besten Partner wählen können und das genderunabhängig. Wir wollen eine Community gründen, die unsere Werte und unsere Philosophie vertritt und wir wollen aus dieser Community mit zertifizierten Partnern in unseren Projekten bei den Mittelständlern und öffentlichen Trägern zusammenarbeiten.

Die Marke nextexitfuture wird etabliert werden, sie steht für Zukunft, für Partnerschaft und für unternehmerische Freiheit. Die Netzwerkkoordinatoren übernehmen den Vertrieb und die Verwaltungsabwicklung für die Netzwerkpartner. Wir können ein breiteres Spektrum als alle anderen Strategieberatungen anbieten, weil wir nicht nur Beratung machen, sondern die Lösung in Form von Dienstleistern gleich mitliefern. So können wir die Kunden rundum aus EINER Hand betreuen.

Eine Herzensangelegenheit ist und bleibt jedoch das Startup-Netzwerk in Form eines Gründerzentrums mit dezentralen Standorten NUR für FRAUEN

Zudem ist es uns wichtig, alle Schritte einer Unternehmensgründung selbst zu durchlaufen. Businessplan erstellen, Geschäftsordnung, Geschäftsverteilung, Gründerkredit, Versicherungen und was man dazu noch alles so benötigt.

Da wir in unserem Geschäftsmodell integriert haben, dass wir ein Investorennetzwerk aufbauen und uns auch selbst an Unternehmen beteiligen, die wirtschaftlich oder strategisch für uns sinnvoll sind, entscheiden wir uns recht schnell, HR-Meter zu kaufen.

HR-Meter ist die Trademark der Münchner HR Effekt GmbH mit einer hervorragenden Referenzliste und über die Jahre aufgebauten zufriedenen Kunden. Ziel ist es, dass wir die Survey-, 360 Grad Feedback- und Leadership Excellence-Kompetenz übernehmen und als 100 % Tochter von nextexitfuture etablieren.

Der Notartermin hierzu findet am 04.12.2017 statt. Wir verlegen den Sitz von München nach Heidelberg.

Das ist leicht geschrieben: Wir kaufen mal so kurz ein Unternehmen. Gerade als Startup und zu einer Phase, in der wir unser eigenes Geschäft hochziehen, kommt das als Zusatzbelastung hinzu. Strategisch ist das aber die richtige Entscheidung und so stellen wir ein Team zusammen, dass sich um die Integration von HR-Meter kümmert. Nach der Due Diligence und der Kaufentscheidung, werden alle vorbereitenden Maßnahmen getroffen. Vom Kaufvertrag, Homepage, Domains, Bankkonto, Geschäftsführerinnen, go-to-Market Konzept bis hin zu Kleinigkeiten wie Visitenkarten.

Das nextexitfuture-Team als Muttergesellschaft bereitet indes ihre eigenen Verwaltungs- und Koordinationsthemen auf. In den Schnittstellen, arbeiten die beiden Teams eng zusammen. So z.B. in der Frage wie gehen wir mit Verrechnungspreisen um? Welche Gewinne muss HR-Meter an nextexitfuture abführen? Welchen Außenauftritt wollen wir in beiden Gesellschaften haben und wann machen wir unser erstes Event?

Bei der Fertigstellung des Businessplans werden alle eingebunden. Das ist ein erster Außenauftritt, der entsprechend sitzen muss. Er beinhaltet alle wesentlichen inhaltlichen Angaben und finanziellen Zahlen, die nextexitfuture betreffen. Wir entscheiden uns schnell, eine konsolidierte Version nextexitfuture / HR-Meter zu erstellen. Alles andere macht keinen Sinn. Wir wollen gegenüber den Kreditinstituten und Versicherern absolut transparent sein.

Anfangs arbeiten wir mit 3 Freelancern zusammen, die uns in Spezialfunktionen unterstützen sollen. Wir sind sehr froh, dass wir bereits zwei der Freelancer für nextexitfuture gewinnen konnten. Ziel ist es natürlich, eine kleine aber feine Stamm-Mannschaft zu etablieren und keinen großen Wasserkopf aus Zentral- oder Vertriebsmitarbeitern zu generieren. Wir wollen wendig bleiben wie ein Schnellboot und nicht über die Jahre zu einem lahmen Dampfer werden. Wir wollen das Arbeiten im Netzwerk professionalisieren und das geht eben nur, wenn wir selbst auch den Netzwerkgedanken leben.

Netzwerkpartner finden sich schnell. Unsere Geschäftsidee wird überall sehr positiv aufgenommen. Die Riege der Gründerinnen spricht für sich. Viele wollen jetzt schon Teil von nextexitfuture sein. Wir haben bereits Dienstleister zu IT-Security, Social-Media-Marketing, Compliance, Versicherung und anderen Themen im Portfolio. Wir überzeugen mit unserem Modell, aber auch vor allem durch unsere Persönlichkeiten und unsere Philosophie.

Wir freuen uns, wenn viele Netzwerker sich in unsere Plattform integrieren und diese mit guten Diskussionen füllen. Wir teilen Wissen, um alle voran zu bringen. Jeder wird schneller und das bei gleichbleibender oder sogar besserer Qualität. Das ist der große Vorteil eines funktionierenden Netzwerks. Jeder kann teilhaben.

In unseren Projekten mitarbeiten werden Partner, die sich von nextexitfuture zertifizieren lassen. Eine so umfassende Zertifizierung ist uns bisher nicht bekannt. Wichtig ist uns dabei, mit den Kunden auf Augenhöhe zu kommen, daher lautet das Trainingsziel auch: Qualität, Engagement, Sozialkompetenz, Empathie und Haltung. In sechs Modulen geht es darum, die Inhalte selbst zu erfahren und Themen aus der Praxis zu bearbeiten. Das Trainings-Curriculum umfasst die Module „Ich und die nextexitfuture-Philosophie“, „Wissen und Methoden“, „Das nextexitfuture-Zusammenarbeitsmodell“ und „Auf Augenhöhe mit dem Kunden“. Wir trainieren Themen wie z.B. Design Thinking, aber auch Führungskultur, Prozesse oder Compliance-Themen (mit Hilfe unserer Partner). So hat jeder Netzwerkpartner einheitliches Wissen und kann mit seiner Spezialkompetenz und unseren Werten dann bei den Kunden punkten!

nextexitfuture – Das sind wir:

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Vera Geier
Vera Geier

Strategische Beraterin, Business Coach und Trainerin. Design-Thinking Coach, Teamentwicklung, Führungskräfteentwicklung, langjährige Führungskraft

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