Vertrauenskultur

Wie etabliert man eine nachhaltige Vertrauenskultur?

Geschrieben von Christiane Kuntz-Mayr

In der heutigen Arbeitswelt sind ein gutes Betriebsklima, Kommunikation, Anerkennung und Autonomie wesentliche Schlüsselfaktoren für motivierte und zufriedene Beschäftigte. Demnach reichen i. d. R. monetäre Faktoren nicht mehr aus, um geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu finden bzw. leistungsstarke Beschäftigte im Unternehmen zu halten.

Dieser Aspekt verschärft sich, da sich die Arbeitgebermärkte zu Arbeitnehmermärkten entwickelt haben. Bestimmte Branchen, wie z. B. die IT-Branche spüren das besonders stark. Die Unternehmen müssen sich in einem immer intensiveren Wettbewerb um neue Arbeitskräfte beweisen und Wege finden, ihre eigenen Mitarbeiter zu binden. Fach- und Führungskräfte wünschen sich mehr denn je ein modernes Arbeitsumfeld, das sehr eng mit dem Begriff Vertrauen verbunden ist.

Wichtiger jedoch als die vielfach gehörte Vertrauensarbeitszeit ist eine unternehmensweite Vertrauenskultur, die es Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglicht, mitzuentscheiden und Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen. Vertrauen legt die Basis für mehr Flexibilität. „Wir gehen vertrauensvoll und offen miteinander um“ – Sätze wie dieser stehen in sehr vielen Unternehmensleitbildern und Führungsgrundsätzen. Häufig beschreiben sie jedoch nicht die Realität, sondern ein Wunschbild. Vertrauen entsteht nicht auf Zuruf und kann nicht eingefordert oder von außen bestimmt werden. Eine nachhaltige Vertrauenskultur zu schaffen, ist ein Prozess, der Unternehmen dauerhaft begleitet. Selbstverständlich gibt es unterschiedliche Zugänge, um eine Vertrauenskultur im Unternehmen nachhaltig zu etablieren.

Das vermeintliche „Geheimnis des Vertrauens“ liegt darin, dass man von einem Konto nicht nur abheben kann, sondern von Zeit zu Zeit auch etwas einzahlt. Vertrauen kann unter anderem durch den Einsatz vertrauensvoller, kompetenter Personen im Unternehmen entstehen und gestärkt werden, die niedrigschwellige Anlaufstellen sind, wenn es darum geht, Beschäftigte zu unterstützen und immer wieder dafür Sorge zu tragen, dass relevante Themen im Blick bleiben. Im Kontext von Vereinbarkeit von Beruf und Familie kann dies z. B. ein Elternguide sein.

Ein innerbetrieblicher Elternguide hat die Aufgabe, Unternehmen, Führungskräfte und Beschäftigte in allen Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu begleiten. Im Rahmen einer qualifizierten Ausbildung erhält der Elternguide das nötige Handwerkszeug, um diese Aufgabe in vollem Umfang zu erfüllen.

Nutzen für Unternehmen:

  • Einsparung von Zeit und Geld durch fundierte Qualifizierung einer zentralen Person innerhalb des Unternehmens
  • Kompetente Beratung im Sinne der unternehmensinternen Regelungen und Leitlinien in puncto Vereinbarkeit
  • Regelmäßiger Informationsaustauch und stets aktuelles Wissen durch enge Einbindung des Elternguides in ein unternehmensübergreifendes Netzwerk

Der „Elternguide“ im Unternehmen ist:

  • Klar identifizierbare Person für alle Beschäftigten im Unternehmen, die bereits Eltern sind oder Eltern werden
  • Klar identifizierbare Person für alle Führungskräfte im Unternehmen, um diese bei Fragen rund um die Beschäftigung (werdender) Eltern zu unterstützen
  • Der Elternguide begegnet den Beschäftigten wertschätzend, ist Vertrauensperson und unterliegt der Schweigepflicht
  • Der Elternguide gibt den Anfragenden erste Orientierung über unterstützende Hilfen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie und zur Kinderbetreuung und vermittelt zu weiterführenden Stellen. Dazu werden aktuelle Infomaterialien zu den regionalen Anlaufstellen, sowie Broschüren und weiterführendes Informationsmaterial zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bereitgehalten
  • Der Elternguide vertritt durch seine Funktion das Thema im Unternehmen und sorgt mittels Öffentlichkeitsarbeit für die Bekanntheit des Angebots

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Christiane Kuntz-Mayr
Christiane Kuntz-Mayr

Beraterin, Coach und Mediatorin. Expertin für agiles Projektmanagement. Langjährige Erfahrung als Aufsichtsrätin und Betriebsrätin

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